Spielbericht: T.I.M.E Stories – Lumen Fidei (spoilerfrei)

Dieser Bericht ist bewusst spoilerfrei gehalten. Es geht darum wie es mir mit dem Szenario gegangen ist, und nicht um Inhalte oder Lösungswege. Von daher empfehle ich Leuten, die es noch nicht kennen und noch vorhaben es zu spielen, sogar ausdrücklich weiterzulesen. Vielleicht ersparen meine Worte Frust und helfen dabei das Szenario so zu würdigen, wie es das allen Anschein nach verdient hat.

Gestern habe ich das Szenario Lumen Fidei zum Spiel T.I.M.E Stories gespielt und ging dann am späten Abend – oder genau genommen heute in den frühen Morgenstunden – mit einem vagen Gefühl der Enttäuschung nachhause. Es ließ mir keine Ruhe und ich habe etwas nachgelesen. Die Bewertungen zu Lumen Fidei, die ich gefunden habe, waren positiv ja zum Teil überschwänglich. Was also haben wir falsch gemacht. Ich will also versuchen ein paar Tipps zu geben, ohne euch damit den Spielspaß zu rauben. Dass es um Ritterorden im Spanien des 15. Jahrhunderts geht, kann ich wohl getrost verraten.

Zuerst sei einmal gesagt, dass ich kein regelmäßiger T.I.M.E Stories Spieler bin, der die Szenarien in fester Reihenfolge und in fester Runde durchspielt. Ich mag dieses Spiel aber sehr und habe mitgespielt, wann immer sich die Gelegenheit bot ein mir unbekanntes Szenario auszuprobieren. Erst die Nervenheilanstalt (im Basisspiel enthalten), dann die Endurance Expedition und die Drachenprophezeiung. Einen Überblick darüber, welche Belohnungen mir für die bespielten Szenarien zustehen habe ich nicht mehr.

Dann sei gesagt, dass ich mich auf Lumen Fidei nicht vorbereitet habe. Ich ging auf einen Spieleabend, jemand hatte das Basisspiel und diese noch eingeschweißte Erweiterung dabei und sagte: „Du bist doch dabei?“ Natürlich war ich dabei.

Schon ging los. Das Spiel ist für vier Spieler ausgelegt, wir waren zu sechst, aber das war kein Problem. Zwei Spielerinnen haben einfach bei wem anders mit reingeschaut. Die eine ging früher, weil sie heute eine Prüfung hat, und die Gastgeberin konnte so zwischendurch nach ihrem schlafenden Kind sehen.

Irgendwann nach Mitternacht waren wir bei Teil III angelangt. Nebenan ein schlafendes Kind, es gab Spieler, die noch ein ganzes Stück heimzufahren hatten und zwei davon haben heute ein strafferes Programm als ich. Man hat ihnen angemerkt, dass sie nicht mehr lange spielen wollten und ich kann es ihnen nicht verdenken. Dennoch haben wir es durchgezogen. Das hätten wir nicht tun sollen. Solltet ihr euch in einer ähnlichen Situation wiederfinden BRECHT AN DIESER STELLE AB! Schreibt zusammen wer welche Gegenstände hat, wie viel Zeiteinheiten euch verbleiben, usw. und geht nachhause. Spielt an einem anderen Abend ausgeruht und ohne Zeitdruck weiter.

Wir haben etwa vier Stunden gespielt, ich erinnere mich in einer Rezession  von sechs Stunden gelesen zu haben. Merkt ihr den Unterschied? Teil III soll phantastisch sein. Die Rätsel sollen super sein, wenn man sie tatsächlich ordentlich löst. Wir hatten das Gefühl, dass wir im Trüben fischen und dass es nirgends mehr weiter geht. Inzwischen glaube ich zu wissen, wo ein entscheidender Hinweis verloren gegangen sein könnte. Von meinen Mitspielern, die ja fertig werden wollten, unerwähnt. Das soll jetzt kein Vorwurf sein.

Solltet ihr euch in einer ähnlichen Situation wiederfinden – und nur dann – könnt ihr auch hier einen genaueren Blick reinwerfen. Denn es ist wohl eine Sackgasse in Teil III möglich. Aber das war nicht unser Problem. Unser Problem war Zeitmangel, der zu unzureichender Kooperation führte und so wurde ein Hinweis übersehen. Das Rätsel wurde nicht gelöst und die Folgerätsel wohl auch nicht.

Schließlich haben wir durch wilde Spekulationen den nächsten Ort „gefunden“. Doch was tun? Es schien keinen sinnvollen Weg weiter zu geben. Es sei denn es wäre vorgesehen, dass die Spieler kurz vor dem Ziel nochmal mindestens zweimal scheitern – was wir dann im schnellverfahren gemacht haben. Eine frustrierende Lösung. Macht es besser.

Im Endkampf hatten wir auch Probleme. Man kommt auch so zu einem Ende. Aber man hat doch das Gefühl irgendwie versagt zu haben. An der Stelle wäre es wohl gut einen Überblick darüber zu haben welche Belohnungen einem aus vergangenen Szenarien zur Verfügung stehen und auf die Idee zu kommen diese auch einzusetzen.

In diesem Sinne: Lernt aus unseren Fehlern und habt Heidenspaß. Denn wenn mich das Internet nicht anlügt ist Lumen Fidei ein sehr gelungenes Szenario, wenn man es richtig spielt. Und bringt genug Zeit mit.

3 Gedanken zu “Spielbericht: T.I.M.E Stories – Lumen Fidei (spoilerfrei)

  1. Ich habe inzwischen mit einem Freund geredet, der das Szenario auch gespielt hat. Seiner Auffassung nach die Beste bisher, obwohl ihm andere Settings besser gefallen. Er hat es auf zwei Abende verteilt gespielt. Der Cut war zwischen Teil II und Teil III. Die Rätsel in Teil III sind wohl wirklich sehr gelungen und man kann es mit genug Zeit und Kooperation also so spielen, wie es gedacht ist. Genug Zeit und Kooperation scheinen die Schlüssel zu sein.
    Wir werden uns wohl auch nochmal an Lumen Fidei versuchen. Ob ganz oder nur den dritten Teil, werden wir noch sehen. Nachdem wir an den Rätseln dermaßen gescheitert sind, dass wir sie eigentlich nicht kennen, sollte es schon nochmal eine Portion Spielspaß für uns bringen.

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