BYOA: The Quiet Year (Erzählspiel)

Weiter im Text mit dem BYOA-Archiv. Heute BYOA 3 vom 23.7.2015 mit The Quiet Year, einem Kartenzeichner- und Erzählspiel. Wir spielten auf englisch in Rücksicht auf unseren amerikanischen Besuch (siehe BYOA: Ratten – “Der Kasten des Lebens”).

In „The Quiet Year“ übernehmt ihr für ein Jahr – das ruhige Jahr eben – die Kontrolle über eine wie auch immer geartete Gemeinschaft von 100 Personen. Ihr zeichnet eine Karte, legt vorhandene und bitter benötigte Rohstoffe fest und trefft Entscheidungen. Währenddessen tickt die Zeit. Individuelle Charaktere gibt es keine, aber auf Dorfversammlungen verkörpert jeder der Spieler einen Bewohner des Dorfes mit entsprechender Meinung.

Was braucht ihr? Ein Kartendeck (Poker-Karten), ein möglichst großes Stück Papier oder eine Zeichentafel und eure Fantasie. Wir hatten einen blinden Mitspieler und deswegen noch zusätzliche haptischere Kartenzeichenwerkzeuge, beispielsweise verschieden dicke Fäden, Pappschachteln, Draht usw. Außerdem ein Braille-Kartendeck, meiner Meinung aber nicht zwingend notwendig. Wir haben sie einfach ausgelegt, für eine nächste Runde würde ich sie festkleben, sonst muss man beim Tasten so vorsichtig sein.

Und natürlich die Regeln. Von denen ich irgendwie dachte, sie wären frei im Internet verfügbar, aber vielleicht hatte auch einfach afunial, der die Runde organisierte, uns das PDF gestellt. So oder so, laut Homepage der Autoren kostet das PDF 8$.

Wir einigten uns recht schnell auf eine post-apokalyptische Landschaft, ein verödetes Tal mit einem Fluss, an dessen Ufer sich unser Kriegerstamm breit gemacht hatte. Im Osten grenzte an die Wüste das Gebiet des Getreideclans (THEM DAMN HIPPIES!), natürlich inklusive Feldern, im Norden ein Gebirge mit üblen, monströsen Kreaturen. Im Nachinein war unser Setting recht nah an Mad Max – nur fette Fahrzeuge hatten wir keine.

Unser Jahr selbst verlief… nun ja. Einer unser Mitspieler fasste es mit einem „Ich denke, egal welches System, wir spielen immer Cthulhu.“ Zusammenfassend: Wir waren gerade damit beschäftigt, unsere Vormachtstellung zu festigen, als eine Dunkelheit im Osten aufzog. Und – wie kann es anders sein, sie kam näher. Unsere Späher verschwanden in der Dunkelheit. Von den im Osten ansässigen Stämmen war keine Spur mehr.

Aus dem Norden rückten uns die monströsen Kreaturen auf den Leib und insgesamt wurde es im Dorf verdammt eng. Man entschloss sich, nach Nord-Westen zu fliehen. Trotz der verzweifelten Versuche eines Mitspielers, unseren Stamm zu retten, haben wir ihn ziemlich gegen die Wand gefahren, leider zum gewissen Frust des Mitspielers, der lieber ein Happy End gesehen hätte.

Unser Stamm nach einem Jahr: 100/100 Einwohnern unseres Dorfes fanden den Tod oder verschwanden spurlos, genauso wie sämtliche umliegende Stämme, die verbliebene Vegetation und alles, was sonst noch so in unserem schönen Tal zu finden war. Ob dieses Schicksal sich auf die komplette post-apokalyptische Welt ausdehnte, weiß man nicht.

Fazit – „The Quiet Year“ ist ein schönes, regelleichtes und flexibles Erzählspiel. Jede Woche muss ich es glaube ich nicht haben, aber hin und wieder, vor allem, wenn niemand Lust auf Vorbereiten hat, macht es sicherlich Spaß.

Kommentare für Spieler (Spielleiter gibt es ja keine) – Wie bei jedem Erzählspiel ist die Kooperation zwischen Mitspielern sehr wichtig. Schaut, dass ihr niemanden komplett übergeht, versucht lieber, einen Kompromiss zu finden, mit dem alle zufrieden sind. Damit spart man sich eventuell aufkommenden Frust.

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